5 Kriterien, die Ihnen dabei helfen, einen guten Coach zu finden

Die Coaching-Landschaft wächst und wächst und damit auch die Qual der Wahl: Wie findet man eigentlich einen guten Coach für sich? Damit Sie auf der Suche nach dem passenden Coach nicht 40 Jahre durch die Wüste ziehen müssen, hier fünf Kriterien, die Ihnen helfen sollen, sich in der unübersichtlichen Coaching-Landschaft zu orientieren.

 

5 KRITERIEN FÜR DIE SUCHE NACH DEM RICHTIGEN COACH: 

 

1.     Zertifikat eines anerkannten Verbandes

2.     Psychologisches Hintergrundwissen

3.     Persönliche Passung: Menschelt's?

4.     Fachliche Passung: Erfahrung im relevanten Sektor

5.     Das unverbindliche Kennenlernen via Telefon/PC/live

1. Zertifikat eines anerkannten Verbandes

Mit Zertifikaten ist es ein wenig wie mit der Führerscheinprüfung: Es fahren ja auch nicht alle gut Auto obwohl sie einen Führerschein haben. Aber dennoch würde ich schon mal bei niemandem ins Auto steigen, der keinen Führerschein hat. Das Problem mit den Coaching-Zertifikaten in Deutschland ist, dass es keine Regulierung gibt und auch z.B. eine IHK nach einem 5-tägigen Seminar jedem Laien ein Zertifikat zum „Business Coach“ ausstellt. Für mich ist das so wie einen Führerschein auf dem Schwarzmarkt zu erwerben.

Die Stiftung Warentest hat bereits 2013 für eine seriöse Coaching-Ausbildung einen Stunden-Umfang von mindestens 250 Stunden Präsenzunterricht empfohlen. Das entspricht 31,25 Tagen oder zehn Wochenenden (Freitag bis Sonntag) im Jahr. Sämtliche Crashkurse fallen da schon mal raus. Alles was noch rausfällt, sind Schulungen im „Selbststudium“. Auch hier kann man an verschiedenen privaten Bildungseinrichtungen sogenannte „Zertifikate“ erwerben. Eine gute Coaching-Ausbildung setzt aber voraus, dass es neben dem intensiven Präsenz- und Selbststudium auch Möglichkeiten zur Supervision und Intervision gibt. Dies wird in der Regel über sogenannte Peer-Groups geregelt. Wie erkennt man als Klient denn nun ob das Zertifikat auf der Homepage des Coaches etwas taugt? Die traurige Wahrheit ist: Ohne gründliche Recherche gar nicht. Selbst als psychologischer Coach kann ich nicht auf Anhieb sagen, welches Zertifikat vielleicht eher in einer überschaubaren „Coaching to go“-Ausbildung erworben wurde. 

Nicht jeder Führerscheinbesitzer kann auch Auto fahren
Nicht jeder Führerscheinbesitzer kann auch Auto fahren

 

 

 

Woran das liegt? Allein in Deutschland gibt es mindestens neun originäre Coaching-Verbände und 14 sogenannte Mischverbände wie zum Beispiel die Systemische Gesellschaft (SG), die ihre Expertise zusätzlich oder ursprünglich in anderen Bereichen wie z.B. Systemische Forschung, Supervision und Beratung haben. Hohe Qualitätsstandards bei ihren Zertifizierungen haben zum Beispiel der Deutsche Bundesverband Coaching e.V (DBVC) oder die International Coach Federation Deutschland e.V. (ICF) oder auch die Systemische Gesellschaft (SG). Wenn man es ganz genau wissen will, kann man z.B. auf der Internetseite "Coaching Report" nachschauen, was für ein Verband hinter dem beworbenen Zertifikat steht. Dort findet man auch etwas zu Zielsetzung, Mitgliederzahlen, Gründungszahlen und kann ein wenig vergleichen. 

 


2. Psychologisches Hintergrundwissen

Einzig der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) setzt für eine Zertifizierung als Coach auch den Abschluss eines Psychologie-Studiums (Diplom oder Master) voraus. Der BDP betrachtet Coaching als „genuin psychologische Tätigkeit“ und regt ganz allgemein dazu an, bei der Suche nach Coaches auch und speziell das Vorliegen psychologischer Kenntnisse abzufragen. Oder Sie wählen sich Ihren Coach direkt über das Coachingportal - das Suchportal des BDP. Dort tummeln sich ausschließlich studierte PsychologInnen. 

3. Persönliche Passung

Im Coaching ist es wie auch in anderen Berufen: allein das Zertifikat und das fachliche Hintergrundwissen garantieren noch keinen guten Praktiker - vielmehr spielt auch die Chemie und das Zwischenmenschliche eine große Rolle. Coaching ist eine Form von „People Business“. Dabei geht es um die Frage des Vertrauens oder vereinfacht ausgedrückt: „menschelt‘s?“ Sind Sie bereit dem Coach mehr über Ihr Anliegen und Ihre persönlichen Hintergründe zu erzählen?

Die drei "L" aus dem Immobilienkauf (=Lage, Lage, Lage) entsprechen in der Coaching-Beziehung den drei "P" (Passung, Passung, Passung). Neben dem Zwischenmenschlichen, geht es hier auch um die gemeinsame Vorerfahrung, den fachlichen Hintergrund. 

4. Fachliche Passung

Die Deutsche Psychologen Akademie formuliert das auf ihrem Suchportal so: „Will ein Coach erfolgreich arbeiten, so benötigt er zweifellos bei zahlreichen Anliegen über das Psychologie Know-how hinaus auch Feldkenntnisse, also spezielles Wissen und ggf. Fertigkeiten bzgl. der Arbeitsfelder/Kunden.“ (Quelle: coachingportal.de)

Schauen Sie also ob sich auf der Homepage des Coaches Informationen zu Erfahrungen im relevanten (Wirtschafts)-Sektor finden lassen. Oder auch sonstige Gemeinsamkeiten z.B. in Bezug auf die Gestaltung von Neuanfängen, den Weg in eine Selbstständigkeit, etc. 

 


5. DAs unverbindliche Kennenlernen

Das Probetelefonat bzw. unverbindliche Kennenlernen ist in der Regel kostenfrei und dient dazu, neben der Chemie auch die Methoden und Fragetechniken des Coaches kennen zu lernen. Es ist eine Art „Probearbeiten“, bei der Ihr Anliegen bereits in den Fokus rücken sollte. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Anliegen gut verstanden wurde, sind Sie wahrscheinlich in guten Händen. Wenn Sie nach dem kurzen Erstkontakt sogar inhaltlich schon einen Schritt weiter sind, dann herzlichen Glückwunsch! Sie haben den richtigen Coach gefunden! 

 

Auch der Deutsche Bundesverband Coaching e.V. hat übrigens ein 5 Punkte-Programm, woran sich gute Coaches messen lassen sollten. Zum Vergleich: hier klicken.