Lass die Sonne in Dein Herz - Was CEOs von der Werbung lernen können

Passend zur Jahreszeit ein bisschen Popgeschichte: „Lass die Sonne in dein Herz“ war der deutsche Beitrag zum Eurovision Song Contest 1987, der von der Gruppe "Wind" in deutscher Sprache gesungen wurde. Er erreichte laut Wikipedia Platz zwei des Wettbewerbs. Mit den Worten „Freiheit, Herz, Sehnsucht, Traum“ hat er bei dem Publikum die richtigen Knöpfe gedrückt. Nur ein Jahr später erscheint eine Werbung im deutschen Fernsehen, die dieselben Knöpfe drückt, aber mit der Wucht eines Tsunamis. Ein Song, der Millionen berührte und es noch heute schafft den Geschmack von Sommer auf die Zunge zu zaubern: die Bacardi-Werbung von 1988 mit „Summer Dreaming“ von Kate Markowitz. Tatsächlich war dieser Song erst eine reine Werbemelodie, die allerdings so erfolgreich war, dass man 1991 eine richtige Single daraus machte. 

 

Irgendwo auf Bali oder das Bild zum Gefühl von "Summer Dreaming"
Irgendwo auf Bali oder das Bild zum Gefühl von "Summer Dreaming"

Wieso schmeckt im Vergleich zu Sommerliedern wie diesem eine Vorstandsrede gern mal wie kalter Kaffee? Vielleicht weil es noch keinen Sommerhit mit den Worten „Innovation, Nachhaltigkeit und Wachstum“ gegeben hat. Dafür landen diese drei Begriffe im Bullshit-Bingo der Managementsprache auf den ersten drei Plätzen. Harry G. Frankfurt hat bereits 2006 mit dem gleichnamigen Bestseller das Wort „Bullshit“ als Palaver, Gerede oder Geschwafel der heutigen Zeit markiert und damit auch als einer der Pioniere das „Management-Sprech“ enttarnt. Noch heute, 15 Jahre nach diesem Überraschungsbestseller, gibt es ihn, den sogenannten „rhetorischen Mitgliedsausweis“ fürs Business. Hausaufgabe für urlaubende ManagerInnen: Finden Sie drei Begriffe für Ihre nächste Rede, die gehaltvoll UND emotional sind. 

Menschen lieben Emotionen. Und mehr noch: Wirkliches Lernen oder Verhaltensänderungen sind nur möglich, wenn emotionales Erfahrungswissen angesprochen wird. Kuduk und Osmetz beschreiben das in ihrem Fachbuch „Musterbrecher“ folgendermaßen: „Das Verhalten jedes einzelnen Menschen beruht auf seiner Haltung, die sich durch die Erfahrung entwickelt hat, die ihm unter die Haut gingen.“ Und diese Erfahrungen kann man nicht steuern, aber man kann Erfahrungsräume schaffen. Auch eigene im Übrigen. 

Wasser ist eigentlich immer schön - auch in Deutschland wie hier am Rhein
Wasser ist eigentlich immer schön - auch in Deutschland wie hier am Rhein

Im Urlaub geht das hervorragend auch wenn es 2020 coronabedingt an heimische Urlaubs-Hotspots geht: mecklenburgische Seenplatte, Ost- und Nordsee, Bodensee, etc. Nicht ganz die Karibik: also Wasser ohne Türkis, Strand auch mal mit Windjacke, und Birne Helene statt Kokosnusswasser. Dafür kann man in diesem Jahr nicht das ewige Fernweh sondern die lokale „Seensucht“ befriedigen. 

Und wie schafft man es da trotzdem in Bacardi-Sommer-Laune zu kommen? Die Mikro-Abenteuer müssen mal wieder herhalten: Zelten unter Obstbäumen, Nachtwanderung mit Kometensuche („Neowise“), eine neue Wassersportart ausprobieren, einen neuen Lieblingsplatz entdecken oder auch mal den Sonnenaufgang bestaunen (Wieso macht man das immer nur im Urlaub?). 

DuMont hat passend für diese Zeit einen neuen Aktiv-Guide mit dem Namen „Eskapaden“ herausgebracht. Für alle, die auf der Suche sind nach neuen Abenteuern in der Natur.  Es gibt bereits über 40 Titel und ständig kommen neue hinzu. Schön sortiert nach „Abstechern, Ausflügen und Mini-Urlauben“ bekommt man hier Anregungen für das Abenteuer vor der eigenen Haustür bzw. die Einladung in einen neuen Erfahrungsraum:

 „Come on over have some fun, dancing in the morning sun. 

Looking to the bright blue sky, come on let your spirit fly. 

Living it up this brandnew day, summer sun it's time to play. 

Doin things that feel so good. Get into the motion…“